Nach der erwarteten Niederlage gegen den designierten Meister Erlangen-Bruck sind die Lauf-Heroldsberger zwar mit erhobenem Haupt, aber wieder ohne Punkte vom Feld gegangen. Nun steht die nächste schier unlösbare Aufgabe beim wahrscheinlichen Vizemeister Haspo Bayreuth am Samstag um 19:30 Uhr in der Sporthalle Ost an.
Die Bayreuther (29:9 Punkte) waren als Mitfavorit in die Runde gestartet, haben sich jedoch im Vergleich zu Erlangen-Bruck (35:3) zu viele Ausrutscher geleistet. Nicht ganz unbeteiligt daran waren die Tigerenten, denen beim 28:27-Hinspielsieg die wohl größte Überraschung der diesjährigen Saison gelungen ist. So fand Trainer Wilfling mit dem siebten Feldspieler einen taktischen Kniff gegen die gefürchtete, auf Ballgewinn ausgerichtete Abwehr der Bayreuther. Mit extrem disziplinierten Angriffen und wenigen Fehlern beraubte man damals den Gästen ihrer leichten Tore aus dem Umschaltspiel und entnervte den bis dahin ungeschlagenen Favoriten mit einer eigenen starken Defensive. Mit entsprechender Wut im Bauch warten die Oberfranken nun auf Revanche und wollen zumindest noch die rechnerische Chance auf die Meisterschaft erhalten. Des Weiteren ist der im Hinspiel ausgefallene Trainerstar Mathias Bracher wieder auf der Kommandobrücke und wird sicherlich gegen die taktischen Winkelzüge von Tigerenten-Coach Wilfling gewappnet sein. Dabei kann er auf einen extrem ausgeglichenen Kader mit viel höherklassiger Erfahrung zurückgreifen. Die meisten Bayreuther Akteure sind Eigengewächse und wurden bestens in der exzellenten Jugendarbeit des Vereins ausgebildet. Aus dem Kollektiv, das immer 60 Minuten volles Tempo geht, sticht dabei kein Akteur wirklich heraus, was das Team umso unberechenbarer macht.
Auch wenn die Tigerenten die Punkte dringend benötigen, ist das Spiel in Bayreuth eines ohne Druck. Zu klar ist die Favoritenrolle bei den Bayreuthern, deren Heimstärke schon fast legendär ist. Zudem ist den Tigerenten das schon fast absurde Verletzungspech in dieser Saison weiter treu. Mit Dominik Reisinger fällt eine weitere Stütze der Mannschaft vermutlich länger aus, wodurch die Tigerenten nun auch auf ihren Abwehrchef verzichten müssen. Vor den entscheidenden Spielen gegen direkte Konkurrenten in den nächsten Wochen geht es folglich vor allem darum, die Verantwortung im Team neu zu verteilen und neue Abläufe einzustudieren.
Nichtsdestotrotz ist die klare Vorgabe von Coach Wilfling, das Spiel nicht abzuschenken und dem Gegner mit allen Mitteln Paroli zu bieten: „Das ist der einzige Fehler, den wir machen können. Entsprechend erwarte ich von jedem Spieler im Kader, Vollgas zu geben.“